Çanakkale: Göbeklitepe und Philosophie treffen bei Kulturreihe zusammen

Die Kulturreihe „Nadasa Bırakılan Sözler“ brachte im Troya Museum Archäologie und auf dem Dorfplatz von Yeşilyurt Philosophie zusammen.

19. August 2026 - 23:11
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Çanakkale: Göbeklitepe und Philosophie treffen bei Kulturreihe zusammen

Von Ahmet Taş | Wise News Press

ÇANAKKALE, TÜRKEI — Archäologie im Troya Museum und Philosophie auf einem historischen Dorfplatz: Die zweite Ausgabe der Gesprächsreihe „Nadasa Bırakılan Sözler“ brachte in Çanakkale zwei Veranstaltungen zusammen, die sich mit den kulturellen und geistigen Wurzeln Anatoliens beschäftigten.

Die von der Dorfverwaltung Yeşilyurt und Nadas Fırın organisierte Reihe wurde in Zusammenarbeit mit weiteren öffentlichen und kulturellen Einrichtungen durchgeführt. Im ersten Teil sprach der Archäologe Prof. Dr. Necmi Karul, Grabungsleiter von Göbeklitepe und Karahantepe, im Troya Museum über langfristige gesellschaftliche Veränderungen in Anatolien. Im zweiten Teil widmete sich der Philosoph Prof. Dr. Ahmet Arslan auf dem Dorfplatz von Yeşilyurt dem Verhältnis von Aristoteles und Demokratie.

Necmi Karul sprach im Troya Museum über Göbeklitepe und Troya

Der erste Programmpunkt fand in Zusammenarbeit mit der Kultur- und Tourismusdirektion der Provinz sowie dem Troya Museum statt.

Unter dem Titel „Büyük Dönüşümün Coğrafyası: Göbekli Tepe’den Troya’ya“ – sinngemäß „Die Geografie der großen Transformation: Von Göbeklitepe bis Troya“ – betrachtete Necmi Karul die jahrtausendelange Zivilisationsgeschichte Anatoliens aus archäologischer Perspektive.

Karul gehört nach Angaben der Veranstalter zu den führenden Archäologen der Türkei und leitet die Ausgrabungen in Göbeklitepe und Karahantepe.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie archäologische Erkenntnisse aus unterschiedlichen Regionen und Zeiträumen miteinander verbunden werden können und welche Veränderungen sie für das Verständnis früher Gesellschaften ermöglichen.

Die Veranstalter beschrieben die Präsentation als eine Diskussion, die neue Erkenntnisse über gesellschaftliche Entwicklungen und bisherige Vorstellungen von Zivilisation zusammenführte.

Politik und Archäologie kamen im Museum zusammen

Zu den Teilnehmern der Veranstaltung im Troya Museum gehörten nach Angaben der Organisatoren unter anderem Çanakkale-Gouverneur Ömer Toraman, der Çanakkale-Abgeordnete İsmet Güneşhan und Bürgermeister Muharrem Erkek.

Auch Leiter archäologischer Ausgrabungen in der Region, darunter Vertreter von Projekten rund um Troya und Assos, nahmen demnach an dem Treffen teil.

Die Veranstaltung stieß laut den Organisatoren auch bei der Bevölkerung auf großes Interesse.

Damit wurde das Museum nicht ausschließlich als Ausstellungsort genutzt, sondern zugleich als Forum für die Diskussion aktueller archäologischer Forschung.

Die Verbindung von Göbeklitepe, Karahantepe und Troya rückte dabei verschiedene Epochen und Regionen Anatoliens in einen gemeinsamen kulturellen Zusammenhang.

Ahmet Arslan diskutierte Aristoteles und Demokratie in Yeşilyurt

Nach dem archäologischen Teil verlagerte sich die Veranstaltung in das historische Dorf Yeşilyurt im Bezirk Ayvacık.

Auf dem Dorfplatz sprach der Philosoph Prof. Dr. Ahmet Arslan unter dem Titel „Aristoteles ve Demokrasi“ – „Aristoteles und Demokratie“.

Arslan betrachtete die Entwicklung demokratischer Vorstellungen aus der Perspektive der Antike und schlug dabei einen Bogen vom antiken Griechenland bis zu heutigen Debatten über Demokratie.

Nach Angaben der Veranstalter war auch diese Veranstaltung stark besucht.

Die Wahl des Dorfplatzes als Veranstaltungsort verlieh der Gesprächsrunde einen anderen Charakter als der erste Teil im Museum: Philosophie wurde nicht in einem klassischen Hörsaal oder Konferenzzentrum diskutiert, sondern in der alltäglichen Umgebung eines historischen Dorfes.

Damit setzte die Reihe auf eine bewusste Verbindung von wissenschaftlichen Themen und öffentlich zugänglichen Orten.

„Nadasa Bırakılan Sözler“ will sich als Kulturreihe etablieren

Die zweite Ausgabe von „Nadasa Bırakılan Sözler“ ist Teil einer Gesprächsreihe, die sich nach Angaben der Organisatoren auf dem Weg zu einem regelmäßigen Format befindet.

Das Konzept verbindet unterschiedliche Disziplinen und Veranstaltungsorte.

Bei der aktuellen Ausgabe standen Archäologie und Philosophie nebeneinander: Während Necmi Karul frühe gesellschaftliche Veränderungen und archäologische Funde in den Mittelpunkt stellte, untersuchte Ahmet Arslan eine der zentralen politischen Ideen der Antike.

Beide Veranstaltungen sollen zugleich auf die kulturelle Bedeutung der Troas-Region aufmerksam machen.

Die Organisatoren betonen, dass kulturelles Erbe nicht nur geschützt, sondern auch öffentlich diskutiert und an kommende Generationen weitergegeben werden müsse.

Die Gesprächsreihe versteht sich damit als Beitrag zur kulturellen Erinnerung der Region Çanakkale.

Yeşilyurt verbindet Dorfkultur mit antiker Geschichte

Yeşilyurt gehört zum Bezirk Ayvacık in der Provinz Çanakkale und steht nach Angaben der Veranstalter unter Schutz des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums.

In türkischsprachigen Quellen aus dem Jahr 1946 wird das Dorf als Büyükçetmi, in griechischsprachigen Quellen aus dem Jahr 1905 als Büyük Çepni bezeichnet. Als antiker griechischer Name wird Gargara genannt.

Heute ist Yeşilyurt vor allem für seine steinernen Straßen, restaurierten Häuser und seine Lage in der Natur bekannt.

Das Dorf befindet sich zudem in einer Region, die eng mit bedeutenden historischen Stätten verbunden ist. Assos und Troya liegen in erreichbarer Nähe und prägen das kulturelle Profil der weiteren Umgebung.

Vor diesem Hintergrund wird der Dorfplatz als Veranstaltungsort zu einem Teil des inhaltlichen Konzepts: Die Diskussion über antike Philosophie findet in einer Landschaft statt, deren Geschichte selbst bis in die Antike zurückreicht.

Nadas Fırın setzt auf regionale Produkte und traditionelle Backkultur

Mitveranstalter der Reihe ist Nadas Fırın, eine Bäckerei in Yeşilyurt, die ihre Arbeit nach eigenen Angaben mit der Natur des Kaz-Dağları-Gebiets und traditionellen Herstellungsmethoden verbindet.

Die Bäckerei beschreibt ihr Konzept als Verbindung aus regionalen Zutaten, traditionellem Handwerk und saisonaler Produktion.

Zum Sortiment gehören Sauerteigbrote aus alten Weizensorten, Backwaren und Süßspeisen. Nach Angaben von Nadas Fırın werden die Produkte ohne unnötige Zusatzstoffe und möglichst mit natürlichen Zutaten hergestellt.

Die Sauerteigbrote werden demnach traditionell verarbeitet und im Steinofen gebacken.

Damit ist die Beteiligung der Bäckerei an der Kulturreihe auch Teil eines größeren lokalen Ansatzes: Historisches Dorfleben, regionale Lebensmittelkultur und Veranstaltungen zu Archäologie und Philosophie werden miteinander verbunden.

Troas soll als lebendiger Kulturraum sichtbar bleiben

Die beiden Veranstaltungen machen deutlich, dass die Region rund um Çanakkale nicht nur über zahlreiche archäologische Stätten verfügt, sondern auch als Raum für aktuelle kulturelle und wissenschaftliche Diskussionen genutzt werden kann.

Im Troya Museum stand die Frage nach der Entwicklung früher Gesellschaften von Göbeklitepe bis Troya im Mittelpunkt. Wenige Stunden später wurde im Dorf Yeşilyurt über Aristoteles und demokratisches Denken gesprochen.

Die Organisatoren sehen darin einen Beitrag dazu, das kulturelle Erbe der Region nicht ausschließlich als Vergangenheit zu betrachten.

Mit weiteren Ausgaben von „Nadasa Bırakılan Sözler“ soll der Austausch zwischen Wissenschaft, Kultur und Bevölkerung fortgesetzt und die historische Landschaft von Troas als lebendiger kultureller Raum stärker sichtbar gemacht werden.

WiseNewsPress.com

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Ahmet Taş

Ahmet Taş is a journalist, editor and Turkey Office Manager of the Wise News Press Media Group. He works across news, digital media and international publishing, focusing on accurate, responsible and accessible journalism. He contributes to the development of media projects that bring important political, social and global developments to a wider international audience.

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