Türkischer Natursteinexport: 2,1 Milliarden Dollar im Jahr 2025
Die Türkei exportierte 2025 Naturstein im Wert von 2,1 Milliarden Dollar und erreichte laut Handelsministerium 12,7 % des Weltmarkts.
Von Ahmet Taş | Wise News Press
İZMİR, TÜRKEI — Die türkische Natursteinbranche hat bei einer Gala in İzmir erfolgreiche Exporteure und Designer ausgezeichnet, während Branchenvertreter für 2025 ein landesweites Exportvolumen von 2,1 Milliarden Dollar hervorhoben.
Nach Angaben des türkischen Handelsministeriums war die Türkei 2025 nach China und Italien der drittgrößte Natursteinexporteur der Welt. Der Anteil des Landes am weltweiten Natursteinexport wurde mit 12,7 % angegeben.
Die von der Ägäischen Vereinigung der Mineralexporteure, Ege Maden İhracatçıları Birliği, organisierte „Doğal Taş Gala Gecesi“ verband zwei Preisveranstaltungen: die sechste Ausgabe des Naturstein-Projekt- und Designwettbewerbs AMORF sowie die Auszeichnung der erfolgreichsten Natursteinexporteure des Verbandes.
AMORF zeichnet innovative Natursteinprojekte aus
Beim sechsten AMORF-Naturstein-Projekt- und Designwettbewerb gewann Efe Kurtoğlu mit dem Projekt „DIALITH“ den ersten Platz. Ekim Güney Öztürk belegte mit „PATİKA“ den zweiten Rang, während Çağlar Lampir mit seinem Projekt „RAW“ Dritter wurde.
Sonderpreise der Jury gingen an Büşra Gürdağ, Yusuf Çakar und Günce Eşingen Kınayoğlu für das Projekt „Duolith“, an Hüseyin Öztürk für „TURKStone“ sowie an Raşide Cengiz für die Arbeit „Trace“.
İbrahim Alimoğlu, Vorsitzender der Ägäischen Vereinigung der Mineralexporteure, erklärte, für die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs seien insgesamt 223 Projekte eingereicht worden. Nach der Bewertung durch die Jury seien drei Hauptpreisträger bestimmt und drei weitere Projekte mit Förderpreisen ausgezeichnet worden.
Alimoğlu verwies dabei auf den historischen Veranstaltungsort, die Agora des antiken Smyrna. Die dort seit Jahrtausenden erhaltenen Steinsäulen zeigten, dass fachgerecht verarbeiteter Naturstein mehr als ein Baustoff sein könne und kulturelles Erbe über Generationen hinweg bewahre.
747 Millionen Dollar Natursteinexport über den Ägäis-Verband
Die Mitgliedsunternehmen der Ägäischen Vereinigung der Mineralexporteure erzielten 2025 nach Angaben des Verbandes Natursteinexporte im Wert von 747 Millionen Dollar.
Zu den fünf Unternehmen beziehungsweise Exporteuren mit dem größten Beitrag zu diesem Volumen gehörten Aytan Mermer Madencilik, Şuayp Demirel, Metamar Mermer Granit Madencilik, Cem-Mer Doğaltaş sowie Tureks-GM Mermer Granit.
Die Gala umfasste verschiedene Kategorien, darunter Naturstein insgesamt, verarbeiteter Naturstein, Blocknaturstein, Granit, wertschöpfungsintensiver Export, neue Mitglieder und neue Absatzmärkte.
In der Kategorie des wertschöpfungsintensiven Exports wurden unter anderem Stonetech Mermer, Aygünler Doğal Taş, Oz Hamam, Megamer Proje und Marmosium Mermer aufgeführt. Berücksichtigt wurden dabei Unternehmen mit mindestens einer Million Dollar Export und einer Rangfolge nach Exportstückpreis.
Die Mitteilung nennt an einer Stelle 36 Auszeichnungen in sieben Kategorien, später ist von 35 Preisen in sieben Kategorien die Rede. Eine Erklärung für diese unterschiedliche Zahl enthält der Ausgangstext nicht.
Branche meldet kräftiges Wachstum im Jahr 2026
Alimoğlu erklärte, der Export des Verbandes sei in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 um 19 % auf 1,072 Milliarden Dollar gestiegen.
Für die vergangenen zwölf Monate habe das Exportvolumen die Marke von 1,5 Milliarden Dollar überschritten. Gleichzeitig warnte der Verbandschef vor wachsenden Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit.
Als wesentliche Belastungen nannte er die zunehmende Differenz zwischen Wechselkursentwicklung und Inflation, steigende Energie- und Arbeitskosten sowie eine aus Sicht der Branche zu geringe Bewegung des Wechselkurses.
Der Verband habe deshalb gemeinsam mit Branchenvertretern in einer strategischen Planungssitzung die Prioritäten und Zielmärkte für den Zeitraum 2026 bis 2030 festgelegt.
Zudem seien bei einer Veranstaltung im August in Afyon Vertreter der Branche und zuständige Beamte aus Ankara zusammengekommen, um Probleme, Erwartungen und mögliche Lösungsansätze zu erörtern.
Handelsdelegationen nach Usbekistan, Marokko und Spanien
Für die kommenden Monate plant der Verband mehrere internationale Handelsmissionen.
Nach Angaben Alimoğlus sollen Unternehmen mit Unterstützung des türkischen Handelsministeriums im September nach Usbekistan, im Oktober nach Marokko und im November nach Spanien reisen.
Ziel sei es, die Marktbedürfnisse genauer zu analysieren, neue Absatzmöglichkeiten zu erschließen und die internationale Präsenz des türkischen Bergbau- und Natursteinsektors auszubauen.
Auch neue Märkte wurden während der Gala gesondert ausgezeichnet. Genannt wurden unter anderem Guinea, Nigeria, Turks- und Caicosinseln, St. Lucia sowie die Niederländischen Antillen. Grundlage waren laut Mitteilung Märkte, in denen die türkischen Natursteinexporte 2025 um mehr als 100 % gestiegen waren und die jeweiligen Unternehmen bestimmte Mindestexportwerte erreicht hatten.
Design soll den Mehrwert türkischen Natursteins erhöhen
Muhammet Öztürk, Koordinatorvorsitzender der Ägäischen Exportverbände, erklärte, das zentrale Ziel von AMORF bestehe darin, die jahrtausendealte Natursteintradition Anatoliens mit modernem Design zu verbinden.
Die kreative Arbeit von Designern solle mit der starken Produktionsinfrastruktur der Branche zusammengeführt werden, um höherwertige Produkte für den internationalen Markt zu entwickeln.
Öztürk betonte, Naturstein sei nicht lediglich ein Bau- oder Verkleidungsmaterial. Durch Struktur, Oberfläche, Masse, Haltbarkeit und zeitlose Wirkung könne er als eigenständiges Designmaterial eingesetzt werden.
Bei den diesjährigen Projekten hätten die Teilnehmer laut Öztürk neue Einsatzbereiche, Produktionstechniken, Nachhaltigkeitsaspekte und Nutzererfahrungen in ihre Entwürfe einbezogen. Ziel sei es, erfolgreiche Designideen künftig in die industrielle Produktion und auf internationale Märkte zu übertragen.
Türkei hält 12,7 Prozent am weltweiten Natursteinexport
Alper Eriten, stellvertretender Generaldirektor für Export im türkischen Handelsministerium, erklärte, die Türkei habe 2025 Naturstein im Wert von 2,1 Milliarden Dollar exportiert.
Damit habe das Land nach China und Italien den dritten Rang unter den weltweit größten Natursteinexporteuren erreicht. Der türkische Anteil am weltweiten Natursteinexport liege bei 12,7 %.
Eriten hob zudem hervor, dass die Natursteinbranche vergleichsweise wenig importierte Vorleistungen benötige und einen hohen Anteil heimischer Maschinen und Anlagen nutze.
Das Handelsministerium wolle die Branche künftig stärker bei Design, Markenbildung, internationalen Vertriebswegen, Messeauftritten und der Integration in globale Lieferketten unterstützen.
Nach Angaben Eritens gibt es derzeit 23 sogenannte UR-GE-Projekte zur Förderung der Natursteinbranche. In den ersten acht Monaten 2026 seien acht internationale Fachmessen für den Sektor in die staatliche Förderung aufgenommen worden.
Darüber hinaus laufen zwei TURQUALITY-Werbeprojekte speziell für den Natursteinsektor: „Land of Stones“ unter Koordination von İMİB sowie ein weiteres Projekt unter Organisation von DENİB.
Die Branche verbindet ihre Exportstrategie damit zunehmend mit Design, Markenbildung und neuen internationalen Märkten. Gleichzeitig zeigen die Aussagen der Branchenvertreter, dass Kostenentwicklung, Inflation und Wechselkurse zu den zentralen Herausforderungen für die kommenden Jahre gehören.
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