BND warnt vor Russland: Gefahr eines militärischen Konflikts wächst

BND-Präsident Martin Jäger warnt vor Russlands verdecktem Krieg gegen Deutschland und sieht ein wachsendes Risiko eines militärischen Konflikts.

05. Oktober 2026 - 22:29
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BND warnt vor Russland: Gefahr eines militärischen Konflikts wächst

Von Ahmet Taş | Wise News Press

BERLIN, DEUTSCHLAND — BND-Präsident Martin Jäger hat vor einer wachsenden Gefahr eines militärischen Konflikts mit Russland gewarnt und Moskau als gefährlichsten Gegner Deutschlands bezeichnet.

DW Türkçe berichtet, Jäger habe im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags erklärt, Russland führe gegen Deutschland einen “verdeckten Krieg”. Die Aussagen markieren eine deutlich schärfere Bewertung der russischen Bedrohung durch den deutschen Auslandsnachrichtendienst.

BND-Präsident nennt Russland gefährlichsten Gegner

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, hat Russland vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags als “gefährlichsten Gegner” Deutschlands bezeichnet.

Jäger sagte, die Konfrontation mit Russland habe ein gefährliches Ausmaß erreicht. Der Kreml verschärfe nicht nur den Krieg gegen die Ukraine, sondern erhöhe zugleich den Druck auf Europa und Deutschland.

Nach Einschätzung des BND sieht Moskau Deutschland als einen seiner wichtigsten Gegner, weil Berlin den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht akzeptiert und Einschüchterungsversuchen gegen Verbündete in den baltischen Staaten sowie in anderen Teilen Europas entgegentritt.

Warnung vor militärischem Konflikt

Besonders deutlich wurde Jäger mit Blick auf die mögliche militärische Eskalation. Der BND-Präsident sagte, Deutschland stehe vor der Gefahr, in einen militärischen Konflikt mit Russland hineingezogen zu werden.

“Deutschland steht vor der Gefahr, in einen militärischen Konflikt mit Russland hineingezogen zu werden”, erklärte Jäger laut Bericht.

Die Aussage ist bemerkenswert, weil der deutsche Auslandsnachrichtendienst die russische Bedrohung damit nicht nur als hybrides oder politisches Risiko beschreibt, sondern ausdrücklich auch mit der Möglichkeit eines militärischen Konflikts verbindet.

Russland übt Druck auf Deutschland aus

Jäger warf Russland vor, eine revisionistische und expansionistische Politik zu verfolgen. Der Kreml missachte die Souveränität anderer Staaten und sei bereit, Gewalt einzusetzen, um eigene Ziele zu erreichen.

Nach Darstellung des BND-Präsidenten betrachtet Russland Deutschland als Hindernis für seine Machtprojektion in Europa. Deshalb sei Deutschland zunehmend Ziel russischer Aggressionen.

Jäger sagte, Russland denke in einer Logik von Zwang und Einschüchterung. Wer sich dieser Logik nicht beuge, werde von Moskau als Gegner eingestuft.

Kreml testet die Reaktion Berlins

Der BND-Präsident erklärte weiter, Russland beobachte sehr genau, wie Deutschland mit der aktuellen Lage umgehe. Aus Sicht des Kremls könne bereits das kleinste Zeichen von Unentschlossenheit als Einladung verstanden werden, den Druck auf Deutschland weiter zu erhöhen.

Jäger sagte, Moskau gehe davon aus, dass Deutschland dem Druck und den Einschüchterungsversuchen am Ende nicht standhalten werde. Diese Erwartung werde man jedoch enttäuschen.

Die Aussagen zeigen, dass Berlin russische Aktivitäten nicht mehr nur als außenpolitische Herausforderung bewertet. Vielmehr sieht der deutsche Nachrichtendienst darin eine direkte sicherheitspolitische Bedrohung für Deutschland und seine Verbündeten.

Keine Hinweise auf groß angelegten Angriff auf NATO-Gebiet

Trotz der deutlichen Warnungen sagte Jäger auch, es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Russland einen groß angelegten Angriff auf NATO-Gebiet vorbereite.

Gleichzeitig schloss der BND-Präsident niedrigschwellige militärische Aktivitäten nicht aus. Besonders im Ostseeraum könnten solche Aktionen nach seiner Einschätzung möglich sein.

Auch sogenannte False-Flag-Operationen seien in diesem Zusammenhang nicht auszuschließen. Damit sind Aktionen gemeint, bei denen Angriffe oder Provokationen so inszeniert werden, dass die Verantwortung zunächst einer anderen Seite zugeschrieben werden kann.

Hybride Bedrohungen rücken in den Fokus

Jägers Begriff vom “verdeckten Krieg” verweist auf Bedrohungen, die nicht nur mit klassischen militärischen Mitteln verbunden sind. Dazu können Cyberangriffe, Desinformation, Spionage, Sabotage und politische Einflussnahme gehören.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren wiederholt vor russischen Aktivitäten gegen kritische Infrastruktur, Kommunikationsnetze und demokratische Prozesse gewarnt.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Nachrichtendienste, Cybersicherheit und der Schutz sensibler Infrastruktur weiter an Bedeutung. Die Warnung des BND-Präsidenten macht deutlich, dass die Bedrohung aus deutscher Sicht nicht allein an der Front in der Ukraine stattfindet.

Deutschland setzt auf Abschreckung und Widerstandsfähigkeit

Jäger machte deutlich, dass Deutschland den russischen Einschüchterungsversuchen widerstehen wolle. Nach seinen Worten arbeitet Berlin daran, die eigenen Sicherheitsstrukturen zu stärken und auf russische Aktivitäten entschlossener zu reagieren.

Die Bundesregierung unterstützt weiterhin die Ukraine und beteiligt sich zugleich an den Abschreckungsmaßnahmen der NATO. Besonders die Sicherheit der östlichen NATO-Staaten bleibt dabei ein zentrales Thema.

Die Aussagen des BND-Präsidenten dürften die sicherheitspolitische Debatte in Deutschland weiter prägen. Sie zeigen, dass Berlin die Konfrontation mit Russland zunehmend als langfristige und umfassende Herausforderung betrachtet.

WiseNewsPress.com

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Ahmet Taş

Ahmet Taş is a journalist, editor and Turkey Office Manager of the Wise News Press Media Group. He works across news, digital media and international publishing, focusing on accurate, responsible and accessible journalism. He contributes to the development of media projects that bring important political, social and global developments to a wider international audience.

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