Türkiye im Viertelfinale: 3:0 gegen Aserbaidschan, nun Deutschland

Türkiye besiegt Aserbaidschan bei der Frauen-EM mit 3:0 und trifft am 3. September im Viertelfinale in Istanbul auf Deutschland.

01. September 2026 - 23:54
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Türkiye im Viertelfinale: 3:0 gegen Aserbaidschan, nun Deutschland

Von Ahmet Taş | Wise News Press

ISTANBUL, Türkei — Die türkische Frauen-Volleyballnationalmannschaft hat Aserbaidschan im Achtelfinale der CEV EuroVolley 2026 mit 3:0 besiegt und trifft nun im Viertelfinale auf Deutschland.

Die als „Filenin Sultanları“ bekannten Titelverteidigerinnen entschieden die Partie in der Sinan Erdem Sports Hall in Istanbul mit 25:14, 25:16 und 25:22 für sich. Vor rund 8.100 Zuschauern dominierte Türkiye vor allem die ersten beiden Sätze, während Aserbaidschan im dritten Durchgang deutlich mehr Widerstand leistete.

Das Viertelfinale gegen Deutschland ist für Donnerstag, den 3. September, in Istanbul angesetzt. Deutschland qualifizierte sich zuvor durch einen umkämpften 3:2-Erfolg gegen Belgien für die Runde der letzten Acht.

Türkiye übernimmt im ersten Satz sofort die Kontrolle

Die türkische Mannschaft begann die Begegnung mit hohem Druck im Aufschlag und einer stabilen Blockarbeit.

Schon in der Anfangsphase setzte sich das Team deutlich ab. Die erste technische Zwischenmarke wurde mit 8:1 erreicht, später führte Türkiye mit 16:6 und 21:10. Aserbaidschan fand nur selten Möglichkeiten, die türkische Defensive nachhaltig unter Druck zu setzen.

Der erste Satz ging schließlich deutlich mit 25:14 an Türkiye. Die offiziellen CEV-Daten zeigen, dass insbesondere das türkische Angriffsspiel und die Präsenz am Netz in dieser Phase den Unterschied machten.

Damit gelang den Gastgeberinnen genau der Start, den sie in einem K.-o.-Spiel gesucht hatten: früh die Kontrolle übernehmen, den Gegner unter Druck setzen und die eigene Fehlerquote niedrig halten.

Die klare Führung ermöglichte es Türkiye zudem, ohne großen psychologischen Druck in den zweiten Satz zu gehen.

Vargas führt die Offensive an

Aserbaidschan startete im zweiten Durchgang besser und konnte die Begegnung zunächst ausgeglichener gestalten.

Türkiye erhöhte jedoch erneut den Druck, insbesondere über den Aufschlag und die Angriffe von Melissa Vargas. Die türkische Diagonalangreiferin wurde im gesamten Match mit 16 Punkten erfolgreichste Punktesammlerin ihres Teams.

Zehra Güneş steuerte 12 Punkte bei, Hande Baladın kam auf 10. Bei Aserbaidschan war Polina Rahimova mit 12 Punkten die erfolgreichste Spielerin.

Im zweiten Satz setzte sich Türkiye nach einer zunächst engeren Phase zunehmend ab. Die offiziellen CEV-Zwischenstände lauteten 8:5, 16:13 und 21:15, ehe die Gastgeberinnen den Durchgang mit 25:16 abschlossen.

Damit fehlte Türkiye nur noch ein Satz zum Einzug ins Viertelfinale.

Aserbaidschan fordert Türkiye im dritten Satz

Der dritte Durchgang entwickelte sich deutlich spannender.

Aserbaidschan stabilisierte seine Annahme, erhöhte den Druck im Angriff und ließ die türkische Mannschaft nicht mehr so früh davonziehen wie in den beiden vorherigen Sätzen.

In der Schlussphase stand es 21:21.

Damit bestand für Aserbaidschan erstmals eine realistische Chance, einen Satz zu gewinnen und die Partie zu verlängern.

Türkiye spielte die entscheidenden Ballwechsel jedoch konzentrierter. Die Mannschaft nutzte ihre Chancen im Angriff und setzte sich in der Schlussphase mit vier der letzten fünf Punkte durch.

Mit 25:22 ging auch der dritte Satz an die Gastgeberinnen – das Match war nach drei Durchgängen entschieden. Die CEV bestätigte den Endstand von 3:0.

Gerade diese Schlussphase dürfte für Türkiye mit Blick auf die kommenden K.-o.-Spiele wichtig sein. Während die ersten beiden Sätze spielerisch deutlich waren, musste die Mannschaft im dritten Durchgang auch unter erhöhtem Ergebnisdruck bestehen.

Deutschland gewinnt Volleyball-Krimi gegen Belgien

Im Viertelfinale wartet nun Deutschland.

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft musste für ihren Einzug in die Runde der letzten Acht deutlich mehr kämpfen.

Gegen Belgien gewann Deutschland nach fünf Sätzen mit 3:2. Besonders auffällig war Leana Grozer, die insgesamt 28 Punkte erzielte. Allein im vierten und fünften Satz kam sie laut CEV auf 14 Punkte.

Deutschland hatte das Turnier zunächst mit einer deutlichen Niederlage gegen Slowenien begonnen, steigerte sich im weiteren Verlauf jedoch.

Im Achtelfinale bewies das deutsche Team vor allem mentale Stärke. Belgien hatte die Gruppenphase zuvor als Sieger seiner Gruppe beendet, konnte Deutschland aber im entscheidenden Tiebreak nicht stoppen.

Damit steht am Donnerstag ein Duell zweier Mannschaften an, die auf sehr unterschiedliche Weise ins Viertelfinale gekommen sind: Türkiye mit einem souveränen Drei-Satz-Sieg, Deutschland nach einem Fünf-Satz-Krimi.

Titelverteidiger Türkiye bleibt im Medaillenrennen

Türkiye geht als amtierender Europameister in die entscheidende Turnierphase.

In der Gruppenphase hatte die Mannschaft Pool A auf dem zweiten Platz hinter Polen abgeschlossen. Im Achtelfinale zeigte sie gegen Aserbaidschan jedoch wieder die Qualität, die sie in den vergangenen Jahren zu einer der stärksten Frauen-Nationalmannschaften der Welt gemacht hat.

Trainer Daniele Santarelli kann dabei auf mehrere international erfahrene Leistungsträgerinnen zurückgreifen.

Neben Vargas gehören Kapitänin Eda Erdem, Zehra Güneş, Hande Baladın und weitere Spielerinnen zum Kern einer Mannschaft, die in Istanbul erneut um eine Medaille spielt.

Auch die Heimkulisse könnte im Viertelfinale eine Rolle spielen. Gegen Aserbaidschan kamen nach CEV-Angaben rund 8.100 Zuschauer in die Sinan Erdem Sports Hall.

Gegen Deutschland dürfte die Bedeutung der Partie noch einmal für zusätzliche Atmosphäre sorgen.

Rahimova beendet ihre Nationalmannschaftskarriere

Das Achtelfinale hatte auch für Aserbaidschan eine besondere persönliche Bedeutung.

Polina Rahimova, eine der bekanntesten Spielerinnen des aserbaidschanischen Volleyballs, absolvierte gegen Türkiye ihr letztes Länderspiel.

Mit 12 Punkten war sie noch einmal beste Punktesammlerin ihrer Mannschaft. Nach dem Ende der Begegnung wurde Rahimova mit Blumen verabschiedet.

Damit endete für Aserbaidschan nicht nur das Turnier, sondern zugleich eine lange Nationalmannschaftskarriere einer prägenden Spielerin.

Für Türkiye beginnt dagegen nun die entscheidende Phase der Europameisterschaft.

Am 3. September geht es gegen Deutschland um den Einzug ins Halbfinale. Nach dem überzeugenden 3:0 gegen Aserbaidschan trifft der Titelverteidiger dabei auf eine deutsche Mannschaft, die mit dem Erfolg über Belgien gezeigt hat, dass sie auch enge und nervenaufreibende Spiele für sich entscheiden kann.

Für beide Teams steht damit fest: Nach dem Viertelfinale gibt es keinen Spielraum mehr für Korrekturen.

Der Sieger zieht ins Halbfinale der CEV EuroVolley 2026 Women ein und bleibt im Rennen um die europäische Medaille.

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Ahmet Taş

Ahmet Taş is a journalist, editor and Turkey Office Manager of the Wise News Press Media Group. He works across news, digital media and international publishing, focusing on accurate, responsible and accessible journalism. He contributes to the development of media projects that bring important political, social and global developments to a wider international audience.

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