Deutschland erkennt mehr Berufsabschlüsse an: Türkei auf Platz eins
Deutschland erkannte 2025 rund 86.600 ausländische Berufsqualifikationen an. Mit 9.800 Anerkennungen liegt die Türkei erstmals an der Spitze.
Von Ahmet Taş | Wise News Press
BERLIN, DEUTSCHLAND — Deutschland hat im Jahr 2025 rund 86.600 ausländische Berufsqualifikationen anerkannt und damit erneut einen deutlichen Zuwachs verzeichnet; bei den Herkunftsländern lag die Türkei mit 9.800 erfolgreichen Anerkennungen an erster Stelle.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis), über die DW Türkçe berichtete, stieg die Zahl der anerkannten Berufsqualifikationen gegenüber dem Vorjahr um etwa 10 Prozent. Besonders gefragt bleiben Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen: Pflegeberufe und Ärzte machten erneut einen großen Teil aller erfolgreichen Anerkennungsverfahren aus.
86.600 Berufsqualifikationen wurden 2025 anerkannt
Die Zahl der Menschen, deren im Ausland erworbene berufliche Qualifikation in Deutschland anerkannt wurde, ist weiter gestiegen.
2025 erhielten insgesamt rund 86.600 Personen eine positive Anerkennungsentscheidung. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von ungefähr 10 Prozent.
Allerdings verlangsamte sich die Dynamik. Nach den von DW Türkçe wiedergegebenen Destatis-Daten war die Zahl der Anerkennungen im Jahr 2024 noch um 25 Prozent gestiegen. 2023 hatte das Plus bei 21 Prozent gelegen.
Damit wächst die Zahl weiterhin deutlich, allerdings nicht mehr so schnell wie in den beiden Vorjahren.
Die Entwicklung ist für den deutschen Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung. Deutschland benötigt aufgrund des demografischen Wandels und einer alternden Bevölkerung in zahlreichen Branchen zusätzliche qualifizierte Arbeitskräfte. Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist deshalb ein zentraler Schritt, damit im Ausland ausgebildete Fachkräfte ihren Beruf in Deutschland ausüben können.
Türkei liegt mit 9.800 Anerkennungen erstmals an der Spitze
Bei der Betrachtung nach Herkunftsländern nahm die Türkei 2025 den ersten Platz ein.
Nach den veröffentlichten Zahlen wurden rund 9.800 Berufsqualifikationen von Personen aus der Türkei anerkannt. Das entspricht etwa 11 Prozent aller erfolgreichen Anerkennungen des Jahres.
Auf dem zweiten Platz folgte die Ukraine mit ungefähr 8.300 Anerkennungen.
Damit stammen fast 18.000 der im Jahr 2025 anerkannten Berufsqualifikationen allein von Personen aus der Türkei und der Ukraine.
Die Zahlen zeigen zugleich, welche Bedeutung internationale Fachkräfte inzwischen für den deutschen Arbeitsmarkt haben. Die Anerkennung ermöglicht ihnen insbesondere bei reglementierten Berufen, ihre im Herkunftsland erworbene Ausbildung offiziell mit den deutschen Anforderungen vergleichen zu lassen und anschließend entsprechend ihrer Qualifikation zu arbeiten.
Ukraine Zweiter, Syrien mit besonders starkem Wachstum
Hinter der Türkei und der Ukraine folgte Syrien mit rund 6.100 anerkannten Berufsqualifikationen.
Besonders auffällig war dabei die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr: Die Zahl der Anerkennungen von Qualifikationen aus Syrien erhöhte sich laut den Destatis-Daten um 42 Prozent.
Indien und Tunesien lagen mit jeweils ungefähr 5.400 Anerkennungen ebenfalls weit oben.
Damit ergibt sich für 2025 folgende Spitzengruppe nach Herkunft:
Die Türkei führte mit 9.800 Anerkennungen, gefolgt von der Ukraine mit rund 8.300 und Syrien mit 6.100. Indien und Tunesien kamen jeweils auf etwa 5.400 erfolgreiche Anerkennungen.
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung von Bosnien und Herzegowina. Das Land hatte zwischen 2016 und 2023 regelmäßig zu den beiden wichtigsten Herkunftsländern bei der Berufsanerkennung gehört. 2025 war es dagegen nicht mehr unter den führenden Ländern vertreten.
Die Zusammensetzung der Herkunftsländer verändert sich damit sichtbar.
Pflegeberufe dominieren die Anerkennungsstatistik
Wie bereits im Vorjahr entfielen die meisten Anerkennungen auf den Gesundheitssektor.
Mit rund 32.000 Anerkennungen lagen Pflege- und Krankenpflegeberufe mit großem Abstand auf Platz eins.
Dies unterstreicht den hohen Bedarf Deutschlands an qualifiziertem Personal in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung.
Auf dem zweiten Platz folgten Ärztinnen und Ärzte. Ihre Zahl lag 2025 bei etwa 13.900 anerkannten Berufsqualifikationen.
Damit entfielen allein auf Pflegekräfte und Ärzte fast 46.000 erfolgreiche Anerkennungen.
Der starke Anteil des Gesundheitsbereichs ist besonders relevant, weil viele Berufe in diesem Sektor reglementiert sind. Eine ausländische Qualifikation muss deshalb offiziell geprüft und anerkannt werden, bevor eine uneingeschränkte Berufsausübung möglich ist.
Ingenieure belegen mit 4.600 Anerkennungen Platz drei
Nach Pflegekräften und Ärzten folgten Ingenieurinnen und Ingenieure.
2025 wurden rund 4.600 entsprechende Berufsqualifikationen anerkannt.
Die drei größten Berufsgruppen – Pflege, Medizin und Ingenieurwesen – kamen damit zusammen auf etwa 50.500 Anerkennungen.
Das entspricht laut den veröffentlichten Zahlen rund 58 Prozent aller im Jahr 2025 anerkannten Berufsqualifikationen.
Die Statistik verdeutlicht somit, dass sich die Anerkennungsverfahren besonders auf Berufe konzentrieren, in denen Deutschland einen hohen Bedarf an qualifizierten Beschäftigten hat.
Neben dem Gesundheitswesen zählt auch der technische Bereich seit Jahren zu den Branchen, in denen Unternehmen Schwierigkeiten haben, ausreichend Fachkräfte zu finden.
Berufsanerkennung wird für Deutschlands Fachkräftebedarf wichtiger
Die steigenden Anerkennungszahlen stehen in einem größeren demografischen Zusammenhang.
Deutschland ist mit sinkenden Geburtenzahlen und einer alternden Bevölkerung konfrontiert. Gleichzeitig scheiden in den kommenden Jahren zunehmend Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsmarkt aus.
In zahlreichen Branchen reicht der inländische Nachwuchs deshalb nicht aus, um frei werdende Stellen vollständig zu besetzen.
Ausländische Fachkräfte gewinnen unter diesen Bedingungen weiter an Bedeutung. Voraussetzung dafür ist jedoch häufig, dass ihre Ausbildung und beruflichen Qualifikationen in Deutschland offiziell anerkannt werden.
Besonders deutlich wird dies im Gesundheitsbereich: Mit 32.000 anerkannten Pflegequalifikationen und 13.900 ärztlichen Anerkennungen entfällt mehr als die Hälfte der drei wichtigsten Berufsgruppen auf medizinische und pflegerische Tätigkeiten.
Die Türkei nimmt in dieser Entwicklung inzwischen eine herausragende Position ein. Mit 9.800 erfolgreichen Anerkennungen und einem Anteil von 11 Prozent stellte sie 2025 erstmals die größte Herkunftsgruppe.
Insgesamt zeigen die Destatis-Daten damit zwei parallele Entwicklungen: Deutschland erkennt weiterhin deutlich mehr ausländische Berufsqualifikationen an, während sich zugleich die Herkunft der Fachkräfte verändert. Besonders die Türkei, die Ukraine, Syrien, Indien und Tunesien spielen inzwischen eine wichtige Rolle bei der Deckung des deutschen Fachkräftebedarfs.
WiseNewsPress.com
Was ist Deine Reaktion?
Gefällt mir
0
Gefällt mir nicht
0
Liebe
0
Lustig
0
Wow
0
Traurig
0
Wütend
0
Kommentare (0)