Herbstallergien nehmen zu: Husten, Niesen und Asthma ernst nehmen

Im Herbst können Pollen, Schimmel und Innenraumallergene Beschwerden verstärken; Experten raten bei wiederkehrendem Husten und Atemnot zur Abklärung.

06. Oktober 2026 - 23:14
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Herbstallergien nehmen zu: Husten, Niesen und Asthma ernst nehmen

Von Ahmet Taş | Wise News Press

ANKARA, TÜRKEI — Herbstallergien können mit sinkenden Temperaturen, veränderter Pollenbelastung, Schimmelsporen und mehr Aufenthalt in Innenräumen zunehmen und Beschwerden wie Niesen, Husten oder Atemnot verstärken.

Prof. Dr. Gülfidan Çakmak von der Abteilung für Lungenerkrankungen am Daviva Avcılar Hospital erklärte, dass im Herbst nicht jeder Schnupfen oder Husten automatisch als Infektion bewertet werden sollte. Auch eine allergische Erkrankung müsse in Betracht gezogen werden.

Warum Allergien im Herbst zunehmen können

Allergien werden häufig mit dem Frühling verbunden. Doch auch der Herbst kann für empfindliche Personen problematisch sein. Wetterwechsel, Feuchtigkeit, Wind, herabfallende Blätter und weniger gelüftete Innenräume können die Atemwege belasten.

Nach Angaben von Çakmak hängen Herbstallergien von Klima, regionaler Pflanzenwelt und der individuellen Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Allergenen ab. Deshalb können die Beschwerden von Person zu Person unterschiedlich ausfallen.

Niesen, laufende Nase und juckende Augen

Im Herbst zählen vor allem Pollen von Wildkräutern zu den wichtigen Aeroallergenen. Je nach Region können bestimmte Pollenarten vom Spätsommer bis in den Herbst hinein in der Luft bleiben.

Bei empfindlichen Personen können wiederholtes Niesen, Juckreiz in der Nase, wässriger und klarer Schnupfen, verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen auftreten. Das sind typische Zeichen einer allergischen Rhinitis.

Auch Schimmelpilze spielen im Herbst eine wichtige Rolle. Feuchte Umgebungen, angesammeltes Laub und zersetzendes organisches Material können die Menge an Schimmelsporen erhöhen. Werden diese Sporen eingeatmet, können sie bei empfindlichen Menschen allergische Rhinitis und Asthma-Beschwerden auslösen.

Innenraumallergene werden wichtiger

Mit kühlerem Wetter verbringen viele Menschen mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Gleichzeitig werden Wohnungen oft seltener gelüftet. Dadurch kann die Belastung durch Hausstaubmilben, Tierhaare, Hautschuppen von Haustieren und Schimmel in Innenräumen steigen.

Beschwerden, die zunächst durch Pollen im Freien beginnen, können so durch Innenraumallergene weiter bestehen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC zählt unter anderem Pollen, Schimmel, Hausstaubmilben und Tierallergene zu häufigen Auslösern von Asthma (CDC).

Husten und Atemnot können auf Asthma hinweisen

Zwischen allergischer Rhinitis und Asthma besteht ein enger Zusammenhang. Die oberen und unteren Atemwege sind funktionell und immunologisch miteinander verbunden.

Wenn Patientinnen oder Patienten mit allergischer Rhinitis wiederkehrenden Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust oder Atemnot haben, sollte deshalb nicht nur an eine Erkrankung der oberen Atemwege gedacht werden. Laut Çakmak sollte in solchen Fällen auch Asthma abgeklärt werden.

Besonders nächtlicher Husten, Atemnot bei Belastung, wiederholtes Giemen oder ein Druckgefühl in der Brust sollten ernst genommen werden.

Allergie oder Infektion?

Im Herbst werden allergische Rhinitis und virale Infektionen der oberen Atemwege häufig verwechselt. Bei einer allergischen Rhinitis stehen meist klarer wässriger Schnupfen, wiederholtes Niesen, Juckreiz in Nase und Augen, tränende Augen und fehlendes Fieber im Vordergrund.

Bei viralen Infekten sind dagegen Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber, zähere Sekrete und ein Verlauf über mehrere Tage mit anschließender Besserung typischer.

Diese Unterscheidung ist jedoch nicht immer eindeutig. Allergie und Infektion können auch gleichzeitig auftreten. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist daher eine ärztliche Bewertung wichtig.

Welche Maßnahmen Beschwerden verringern können

Bei allergischen Erkrankungen besteht der Grundansatz darin, die Belastung durch auslösende Allergene möglichst zu reduzieren und die Symptome mit einer geeigneten Behandlung zu kontrollieren.

In Zeiten hoher Pollenbelastung kann es helfen, Aktivitäten im Freien bewusst zu planen, nach dem Heimkommen Kleidung zu wechseln und die Haare zu reinigen. In Innenräumen sind Feuchtigkeitskontrolle, ausreichende Belüftung, Vorbeugung gegen Schimmelbildung und allergenbezogene Anpassungen wichtig.

Allerdings reichen Umweltmaßnahmen allein nicht bei allen Betroffenen aus. Wenn Beschwerden wiederkehren, länger anhalten oder Atemnot hinzukommt, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Die richtige Diagnose bestimmt die Behandlung

Bei Herbstbeschwerden ist der erste Schritt, die Saisonalität der Symptome und den Zusammenhang mit möglichen Auslösern zu prüfen. Danach müssen allergische Rhinitis, Asthma, chronische Rhinosinusitis, virale Infekte und andere Atemwegserkrankungen voneinander abgegrenzt werden.

Bei Atemnot, wiederholtem Giemen, nächtlichen Symptomen oder belastungsabhängigen Atembeschwerden kann eine objektive Asthma-Abklärung notwendig sein. Je nach klinischem Bedarf können Spirometrie, Bronchodilatator-Reversibilitätstest, FeNO-Messung und Allergietests eingesetzt werden.

Çakmak betonte, dass die Bestimmung des richtigen Allergens, die Verringerung der Exposition, die Abklärung einer möglichen Asthma-Erkrankung und eine passende Behandlung entscheidend sind, um Symptome zu kontrollieren, die Lebensqualität zu erhalten und Verschlechterungen der unteren Atemwege zu verhindern.

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Ahmet Taş

Ahmet Taş is a journalist, editor and Turkey Office Manager of the Wise News Press Media Group. He works across news, digital media and international publishing, focusing on accurate, responsible and accessible journalism. He contributes to the development of media projects that bring important political, social and global developments to a wider international audience.

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